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Amelie Becker, FÖJ
08/09
Mit
Sicherheit kann ich heute sagen, dass die
Entscheidung zum Freiwilligen Ökologischen Jahr
eine der besten war, die ich bisher getroffen
habe. Warum? Weil ich ein abwechslungsreiches,
forderndes und durchaus stressiges Jahr hinter
mir habe, auf das ich sehr gern zurückblicke und
das mir mehr beigebracht hat, als mich 13 Jahre
auf der Schulbank haben lehren können. Dass ich
mein FÖJ auf dem Modenbacher Hof verbringen
durfte, habe ich im Grunde einem glücklichen
Zufall und vielleicht auch meiner Schnelligkeit
im Prozentrechnen zu verdanken - jedenfalls
dauerte mein Bewerbungsverfahren,
Vorstellungsgespräch und Zusage eingeschlossen,
weniger als eine Woche und war damit das erste
und bisher kürzeste in der Geschichte des
Modenbacher Hofs als FÖJ-Einsatzstelle.
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Als erste FÖJ'lerin des Vereins
Tiere erleben und der Modenbacher Hof
Verwaltungs-GmbH wurde ich nach anfänglichen
Schwierigkeiten (andauernde Langeweile und
Unterforderung) mit der ersten großen Aufgabe
betraut: ein struppiges, pummeliges, schwarzes,
86cm kleines Shetlandpony, mit dem
Selbstvertrauen eines 1,80m-Kaltbluts und der
Intelligenz und der Sturheit von mindestens zwei
Eseln ausgestattet, regelmäßig zu bewegen,
abspecken zu lassen und ihm obendrein Longieren,
Manieren, Kutscheziehen und Kunststückchen
beizubringen. Allein der erste Versuch, Minette
von der Koppel zu holen, dauerte über eine
Stunde und endete damit, dass ich ohne Pony,
verdreckt und völlig erschöpft zum Hof
zurückstapfen musste, um mir eine Gerte und ganz
viele Leckerli zu besorgen.
Nachdem mich Michael aber in die Geheimnisse der
Pferde- und Körpersprache eingeweiht hatte,
dauerte es nicht mehr lange, bis ich und mein
neues Pflegekind das erste Vertrauen zueinander
aufgebaut hatten. Dieses neue Wissen bewies mir,
dass ich, die Pferdenärrin, die sechs Jahre
voltigiert, Hunderte Bücher zu diesem Thema
verschlungen und mehrere Reiterfreizeiten
absolviert hatte, im Grunde NICHTS über den
richtigen Umgang mit diesen Tieren wusste.
Neben der Pflege und dem Bewegen der Pferde kamen
natürlich zahlreiche andere Aufgaben auf mich
zu: die Planung und Leitung von Aktionen und
Ferienveranstaltungen mit Kindergruppen, das
Leiten einer Voltigruppe, die leider vergebliche
Pflege eines Flaschenlamms, die Erstellung und
Aktualisierung der Vereinshomepage, die
Renovierung des Bauwagens - das Ergebnis beweist
leider, dass es mir dabei erheblich an Talent
mangelt - die Planung des Hoffestes, das Kreieren
eines Sinnespfads (mein persönliches
FÖJ-Projekt), natürlich so notwendige
Routinearbeiten wie regelmäßiges Misten,
Strohraufendienst auf den Winterkoppeln,
Mistsetzen und Umkoppeln der Pferde sowie weniger
körperlich anspruchsvolle Arbeiten wie z.Bsp.
Computerrecherchen, Verwaltung der Post und der
Mitgliedskonten und zahlreichem anderen
Papierkram. Letztere waren trotz allen
Bemühungen nicht in der Lage, mir den Spaß an
meiner Arbeit zu nehmen.
Wenn ich auf mein FÖJ 08/09 zurückblicke,
bereue ich höchstens, nicht zu jedem Zeitpunkt
100% gegeben zu haben, um alles zu lernen, was
ich hätte lernen können. Minette ist wie mein
Kind, war während dem ganzen Jahr meine beste
Freundin und ist neben Yul, meiner Verbündeteten
in allen pferdigen und persönlichen
Angelegenheiten, meinen superlieben und
talentieren Voltikindern, meinem Lehrer Michael,
meinen drei erstaunlich netten Chefinnen Rena,
Tinka und Karin, Tchetan, Grisu, Paul, Jacky,
Idefix und allen anderen zwei- und vierbeinigen
Hofbewohnern nur ein Grund, warum es mir so
unglaublich schwer fällt, hier wegzugehen, und
warum ich immer wieder hierhin zurückkommen
werde. Danke an euch alle, für ein
wunderschönes und lehrreiches Jahr, für eure
Freundschaft, euer Vertrauen in mich und dafür,
dass ihr (v.a. Michael) mir immer rechtzeitig in
den Hintern getreten habt!An alle FÖJ'ler, die in
die Geschichte dieses Hofs eingehen wollen: Nutzt
dieses Jahr! Es kann euch nur bereichern.
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Hanna Breitkopf,
FÖJ 09/10
Für
mich begann das Freiwillige Ökologische Jahr
einfach traumhaft: mit Nudelsalat! Und das schon
beim Bewerbungsgespräch. In netter Atmosphäre
saß man zum lockeren Gespräch zusammen, mir
gegenüber vier sympathische Menschen mit jeder
Menge Begeisterung für ihren Verein. Schnell war
klar, dass das hier ein Platz für mich und mein
Pferd Felix sein könnte. Und als dann
unmittelbar nach bestandener Abi-Prüfung und
noch dazu an meinem Geburtstag der Anruf
vom Modenbacher Hof kam, hielt ich es für einen
Wink des Schicksals und sagte kurz entschlossen
zu. So begann also mein Freiwilliges
Ökologisches Jahr für den Verein Tiere
erleben. Noch vor dem offiziellen Beginn,
am 01. September, half ich eine Woche lang in der
Reiterfreizeit mit und konnte mir einen guten
ersten Einblick verschaffen. So lernte ich
Menschen und Tiere schon mal vorab ein bisschen
kennen. |
Als
ich anschließend den Hof zum ersten Mal
verließ, war ich fast ein bisschen traurig, denn
die Freizeit hatte viel Spaß gemacht und Kinder,
Pferde, Betreuer und Landschaft einen bleibenden
Eindruck hinterlassen.
Am ersten September also ging es dann endgültig
los. Mit einer weiteren Freizeit starteten wir
direkt am Tag meiner Ankunft voll durch. Einen
Monat gab ich mir selbst als Eingewöhnungszeit,
dann kam auch mein Pferd auf den Hof. Das
bedeutete auf der einen Seite einen treuen
Gefährten in der neuen Umgebung, auf der anderen
Seite aber auch viel zusätzliche Arbeit. Und
damit begann das FÖJ. Aber auch als ich mich
nach einem Viertel Jahr und nach vielen
Bemühungen der Hofbewohner, mir das Ankommen zu
erleichtern, nicht auf dem Hof eingelebt hatte,
waren zwei Dinge für mich klar: Erstens - es
konnte nach so langer Zeit nicht mehr am Heimweh
liegen. Und zweitens - ich würde mich auch nicht
mehr hier einleben. So fiel meine Entscheidung
und ich entschloss mich, das Jahr abzubrechen.
Sehr zum Schock aller anderen.
Nichtsdestotrotz bin ich dem gesamten Team vom
Modenbacher Hof sehr dankbar, dass ich das Jahr
hier anfangen konnte. Heute weiß ich auch, warum
es nicht geklappt hat. Für mich war zu wenig
los. So wie in den Freizeiten hätte für mich
jeder Tag sein können. Immer Kinder und Pferde
um mich rum, viel gemeinsam mit anderen arbeiten
und von den Erfahrungen der anderen lernen. Aber
ganz so sieht der Alltag eben nicht aus. Und
außerdem hatte ich mich mit dieser komplett
neuen Lebenssituation einfach überfordert.
Gelernt habe ich trotzdem eine Menge. Zum
Beispiel Entscheidungen nicht zu lange
aufzuschieben und dass man auch mal
nein sagen kann, dass man sich nicht
mit zu vielen neuen Dingen gleichzeitig belasten
darf und dass nicht alle Entscheidungen immer
einen logischen Grund haben müssen. Außerdem
habe ich eine Menge über Pferdehaltung gelernt
und werde sicherlich in Zukunft einiges anders
machen. Und noch dazu wurde mir mit jedem Schritt
meiner Entscheidung gegen das FÖJ immer klarer,
was ich stattdessen will.
Die fünf Monate haben sich also in jedem Fall
gelohnt. Ich bin in dieser Zeit so viel
selbstständiger und selbstbewusster geworden,
wie ich es wohl kaum irgendwo anders in so kurzer
Zeit geworden wäre. Ich nehme viele schöne
Erinnerungen an die Zeit hier mit und etliche
Menschen und Tiere haben hier bleibende Spuren
für mein Leben hinterlassen. Besonders vermissen
werde ich wohl den Hofhund Idefix, der mich Tag
für Tag als treuer Gefährte begleitet hat. Und
außerdem die Schafe, die mit solch stoischer
Gelassenheit jede Situation einfach hinnehmen wie
sie eben kommt. Besonders das Charakterschaf
Johanna, das kleine verfressene Terrorlamm Tashi
und meine spezielle Freundin Leonie, die in den
fünf Monaten von einem scheuen zu einem
verschmusten Schaf wurde. Fehlen werden mir auch
die Ziegen. Ich glaube ich habe es in der kurzen
Zeit geschafft, mir einen Namen als
Ziegen-Mami zu machen, so oft, wie
ich mit den beiden Ziegen über den Hof spaziert
kam.
Zum Ende meiner Zeit hier möchte ich noch mal
allen danken. Vielen Dank, für die schöne -
wenn auch nicht immer einfache - Zeit auf dem
Modenbacher Hof. Vielen Dank für die Beratung in
Punkto Pferdehaltung! Danke dass ich hier wohnen
durfte! Danke für die schönen Ausritte! Danke
für gesellige Abende! Und vielen Dank, dass ich
der St. Martin sein durfte! :-)
Es tut mir
sehr Leid, dass euch meine Entscheidung so eine
Lücke hinterlassen hat und ich hoffe, dass ihr
bald wieder jemanden findet, der besser hierher
passt als ich.
Passt mir gut auf die
lieben Tierchen auf! |

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